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Mittwoch, 18. Januar 2023

Und nochmal - Tomaten!

Wenn es hier so weiter geht, dann wird das noch ein Tomatenblog... aber so weit kommt es hoffentlich dann doch nicht! Aber es ist halt so dass im Garten - nun dass er einmal steht - nicht mehr allzuviel Neues passiert. Und neben den Bohnen sind Tomaten nun mal meine Lieblingskultur...

Apropos Neues, doch - wir haben einen neuen Zaun um den Küchengarten. Nachdem die Rehe im Frühjahr alle Erdbeerblätter verspeist haben musste da was passieren. Aber das ist ein anderes Thema.

Im letzten Sommer hatten wir so viele Tomaten, dass es mir schon fast zuviel wurde - kaum ein Tag verging, dass ich nicht wieder einen Erntekorb bester Früchte voll bekam. Mindestens einmal die Woche wurde der Trockner angeworfen und fast ebenso oft hieß es Sauce einkochen. Die Speisekammer ist jedenfalls gut bestückt und bis zur nächsten Ernte werden uns die Vorräte wohl nicht ausgehen.

 

Bunte Sortenvielalt, darauf freue ich mich schon wieder!

Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, etwa 10 Pflanzen weniger zu setzten, ob es dann so kommt ist noch fraglich. Inzwischen habe ich so viele neue spannende Sorten dass ich mich kaum entscheiden kann welche ich dieses Jahr aussäen will. 

Aber erstmal zum Rückblick auf die letzte Saison:

Viele der guten Sorten von 2021 haben sich auch '22 wieder prächtig gemacht - die süße Mexikanische Honigtomate, die Hato rot, Arche Noah Ochsenherz, Yellow Submarine, Black and Red Boar und die "Russische Fleischtomate", deren Namen aber nicht stimmen kann (vielleicht ist es Sibirian Tiger)  haben nicht enttäuscht und zählen weiterhin zu meinen Favoriten. Eine kurze Beschreibung gibt es im Jahresrückblick 2021

 

Die wunderbare 'Feuerwerk'

 

Unter den Sorten die ich letztes Jahr zum ersten Mal angebaut habe taten sich neue Lieblinge auf:

'Feuerwerk' - eine rot-gelb gestreifte Fleischtomate mit bei Reife metallisch wirkenden Streifen, würzig-süßer Geschmack, mittelfrüh (hier die erste reife Fleischtomate), reich tragend und robust. Ihre Haut ist recht fest und eher dick, lässt sich aber auch ohne blanchieren gut abziehen.  

'Blue Pitts' - diese interessante Cocktailtomate hatte ich als Pflänzchen aus der Gärtnerei mitgebracht - ist schon optisch eine Wucht. Die Früchte sind oben dunkel bis fast schwarz, unten erst gelblich und später orangerot. Dabei wirkt sie eigenartig durchscheinend, ähnlich wie eine Murmel. Der Geschmack ist kräftig, süß-fruchtig und würzig-säuerlich zugleich. Ich hatte sie im Kübel an der überdachten Südseite und dort hat sie sich prächtig entwickelt.

'Allgäuer Schönheit' ist eine empfehlenswerte Auslese aus meiner ehemaligen Lehrgärtnerei Herb in Kempten. Diese sehr robuste Fleischtomate soll auch für's Freiland geeignet sein. Sie bringt einen hohen Ertrag gut schmeckender Früchte. Diese haben mehr Aroma als die ebenfalls angebaute 'Nonna Antonina', die ich geschmacklich eher etwas fade fand. 

"Ilse's Beste" steht in doppelten Anführungsstrichen weil es keine eingetragene Sorte ist. Die Samen bekam ich von einer Bekannten zugeschickt und die Sorte hat mich sehr begeistert. Sie reift eher spät, hat einen hohen Ertrag und ist vom Geschmack die intensivste Fleischtomate der letzten Saison. Besagte Ilse, heute eine alte Dame, hat diese Tomate seit 40 Jahren in ihrem Garten in der Nähe von Hannover gezogen - eine echte Haustomate die ich unbedingt weiter anbauen werde. 

'Marianna's Heart' ist eine Ochsenherztomate aus Südtirol. Sie hat das kränkliche Aussehen der meisten Ochsenherztomaten, ihr Ertrag war eher im unteren Bereich. Aber die Früchte waren eine echte Delikatesse, deshalb würde ich sie auch wieder anbauen.

'Earl of Edgecombe', die einzige gelbe Fleischtomate der letzen Saison. Anfangs dachte ich, die trägt gar nicht, aber sie ist einfach nur sehr spät. Dafür gab es schöne, gelb-orange Früchte bis November, die zudem auch sehr gut nachreiften. Der Geschmack ist eher mild. Die Früchte erinnern beim Anschnitt an Khaki, sie sind schön festfleischig und machen sich sehr gut in Salaten oder auf gemischten Platten.

 

'Earl of Edgecombe' in Gelborange, 'Yellow Submarine' in hellgelb


Im guten Mittelfeld lagen 'Veni Vidi Vici' - eine sehr reich tragende, robuste Salattomate, hat mir aber zu wenig Würze, die saftige 'Red Ocean', die wirklich schön schwarze 'Black Beauty' und die grün reifende 'Isumrodnoje Jabloko', zu deutsch 'Smaragdapfel'. Diese Sorten haben wir  eher gekocht verwendet. Die Cocktailtomaten 'Artisan Sunrise Bumblebee' und 'Pink Vernissage' waren sehr hübsch, reichten aber nicht an 'Blue Pitt's', 'Yellow Submarine' oder die 'Mexikanische Honigtomate' heran. Das ist natürlich völlig subjektiv, Liebhaber milder Sorten würden mein "Mittelfeld" vermutlich bevorzugen.

 

'Smaragdapfel' ist eine schöne farbliche Ergänzung


Die einzigen Flops der Saison waren 'Lovely Lush', die hier kaum Geschmack entwickelte und 'Dark Galaxy', deren wenige schön ausreifenden Früchte zwar optisch sehr schön waren, die meisten sind im späteren Sommer aber hartschalig, schrumpelig und ungenießbar wurden. Vielleicht hätten sie sich im Gewächshaus besser entwickelt.

Nun geht es bald an die Auswahl der Sorten für 2023 - mindestens acht neue Cocktail- und Salattomaten für die Südseite und neun bis zehn Fleischtomaten für das Gewächshaus. Mit der Aussaat fange ich aber erst Mitte März an. Es wird wieder spannend...

Wünsch Euch einen guten Start in die kommende Gartensaison! 

Barbara

Hier noch ein interessanter Link zu den immer beliebter werdenden "schwarzen" und gestreiften Tomaten: https://www.ichbindannmalimgarten.de/tigerella-das-gruene-zebra-und-die-indigo-rose/

Und hier vom dem selben Blog noch ein sehr differenzierter Artikel zum Geschmack von Tomaten: https://www.ichbindannmalimgarten.de/die-ultimative-geschmackstomate/

Donnerstag, 8. Juli 2021

Irissaison 2021

Dieses Jahr haben die Iris geblüht wie noch nie. Es gab ein Wiedersehen mit längst verschollen geglaubten Sorten und auch einige der Neulinge vom letzten Jahr haben geblüht. Begonnen hat die Irissaison am 10.05. mit einer blauen Zwergiris, von der ich nicht mehr weiß ob es die Sorte 'Blue Denim' oder 'Oberschwaben' ist.

Iris barbata-nana - 'Oberschwaben' oder 'Blue Denim'?

Weiter ging es mit 'Mrs. Nate Rudolph' am 15. und 'Bluebeard's Ghost' am 16.05. 

Iris barbata-nana 'Mrs. Nate Rudolph'

Iris barbata_nana 'Bluebeard's Ghost'

 

Die Zwerge machen sich toll in dem erhöhten Teil des Terrassenbeetes zwischen den Kräutern. Besonders schön passt 'Mrs. Nate Rudolph' mit ihrem Graustich zu Lavendel.

'Captive Sun' brachte eine sonnige Stimmung an den meist bewölkten und oft regnerischen Tagen.

 

Iris barbata-nana 'Captive Sun'

 'Making Eyes' blühte zum ersten Mal nach dem Umzug am 26.05.

Iris barbata-nana 'Making Eyes'

 

Als nächstes folgten in dem nasskalten Mai, der sich vor allem durch sein Aprilwetter auszeichnete, die mittelhohe Sorte 'Eleanor Roosevelt', die mich immer an den schönen Garten von Marie Christine erinnert, und die zarte aber zähe Iris florentina. 

 

Irisgruppe mit der historischen Sorte 'Eleanor Rooseveld'


Iris florentina

Soweit die Blüten im Mai, richtig los ging es dann im Juni zunächst Anfang des Monats mit der  wundervollen Sorte 'English Cottage'. Wundervoll weil robust, starkwüchsig, blühfreudig, duftend und mit einer sehr harmonischen Blütenform. Da sie aus den 1970er Jahren stammt, gilt sie inzwischen als historische Iris. In dem oberen Bild sieht man die Wirkung in einer Pflanzung und die Struktur des Terrassenbeetes, das auf den alten Grundmauern des Wirtschaftgebäudes angelegt wurde. Im unteren Bild eine Nahaufnahme vom letzten Jahr.

Historische Iris 'English Cottage' im Terrassenbeet

Historische Iris 'English Cottage'

Die mittelhohe Sorte 'Verse' ließ sich auch zum ersten Mal hier blicken

Iris barbata_media 'Verse'

 

Ein versprengtes Rhizom meiner liebsten "schwarzen" Sorte, 'Black Suited' hat sich zu einer blühfähigen Pflanze entwickelt und passt prächtig an diesem zufälligen Standort zwischen Katzenminze und Woll-Ziest.


Iris barbata elatior 'Black Suited' im Trockenbeet mit Katzenminze und Woll-Ziest

 

Die 'Celebration Song' fand ich manchmal fast zu kitschig, aber auf diesen Bildern finde ich sie wieder ganz hinreissend...


Iris barbata elatior 'Celebration Song'

Iris barbata elatior 'Celebration Song' - peak bloom!


Alle Sorten hier zu zeigen würde den Rahmen sprengen, also folgen nun die Sorten, die bei mir zum ersten Mal geblüht haben: Gracchus, Indian Chief, Iris pallida variegata, Mary Frances, Art Deco, Honky Tonk Blues (noch kein Bild),  Rosé, Spirit World (die letzten zum ersten Mal wieder, ich dachte sie wären verschwunden).

 

Historische Iris 'Gracchus' in Gesellschaft der Erdbeere 'Pegasus'


Historische Iris 'Indian Chief' (vermutlich)

Iris pallida variegata

Iris barbata elatior 'Mary Frances' von 1973, Dykes Medal Gewinnerin 1979

Früh blühende Iris barbata elatior 'Art Deco', Plicata von 1997

Iris barbata elatior 'Spirit World', Keppel 1992

Historische Iris 'Rosé' (Gaulter 1978) und Iris 'Hello Darkness'

 

Den Abschluss machte wie jedes Jahr die farblich sehr beeindruckende Sorte 'Finalist', diesmal ganz von oben aufgenommen (20.06.). Mit der Iris spuria, die etwas später blüht, gab es dieses Jahr also zwei Monat lang blühende Iris, deren Saison fast nahtlod von den ersten Taglilien abgelöst wird. Und falls sich jemand fragt, wo denn die Iris sibirica geblieben sind - die meisten wurden von Mäusen ratzteputz aufgefressen. Ein paar Reste konnte ich noch retten, da muss ich schauen wie es im nächsten Jahr aussieht...


Iris barbata elatior 'Finalist'


Zum Abschluss noch ein paar Stimmungsbilder: Die Iris 'Kent Pride', ein Mitbringsel meiner bisher einzigen Gartenreise nach England, inmitten von blühender Schmiele im Trockenbeet.

Iris barbata elatior  'Kent Pride'


Als letzes ein typisches Bild für den Juni - gemähte Wege durch die blühende Wiese. Die Margeriten blühten dieses Jahr nahezu flächendeckend!

 


 

Mehr Bilder von der Irisblüte unter dem Tag 'Iris'...



Montag, 4. Januar 2021

Blütenreich im Frühsommer

Nur ein paar Bilder zum Schwelgen...

 


Der Kiesgarten Anfang Juni



Nach einem Sommergewitter sind tolle Lichtstimmungen zu beobachten...



Kiesgarten, 11.06.'20

Kiesgarten mit Nigella, Lichtnelken und Margeriten - alles wilde Aussaaten


Erstaunlich wie schnell hier alles zugewachsen ist!


Zwei Handvoll "roter" Blumenkohl...

...und zwei Handvoll Kater












Mittwoch, 30. Dezember 2020

Der Sommer mit Artus

Der Sommer 2019 ist für mich nicht nur wegen des Einzugs ins neue Haus besonders. In diesem Sommer wurde auf der Freilichtbühne in Altusried "Artus" gespielt. Ich durfte als offizielle Fotografin dabei sein und die Bühne, die Arbeit an dem Stück und die Mitwirkenden kennen lernen. Das war bisher mein umfangreichster fotografischer Auftrag. Da ich einige Jahre für den Tanzherbst Kempten und gelegentlich dür das städtische Theater fotografiert habe, ist mir Theaterfotografie nicht fremd. Die große Freilichtbühne stellte mich aber vor ganz neue Herausforderungen. Eine der größten: die Pferde im Renngalopp. Hier ein paar meiner Lieblingsbilder - viel mehr gibt es auf meiner Facebookseite "Moments".


Die Geschichte von Artus und seiner Tafelrunde ist eine meiner Lieblingssagen, als Kind kannte ich all diese Geschichten fast auswendig. Deshalb war ich sehr gespannt auf die Umsetzung, die mich sehr begeistert hat. Insgesamt habe ich das Stück mehr als zehn Mal gesehen, jedes Mal hat es mich wieder mitgerissen. Besonders gut gefallen hat mir natürlich, dass es neben vielen männlichen Rollen auch viele starke Frauenrollen gab. Die Geschichte hat für Frauen einiges mehr zu bieten als Prinzessin, Burgfräulein oder Magd wie in vielen mittelalterlichen Sagen.













Von den ersten Aufnahmen im Februar bis zur letzten Aufführung im August war es eine lange Zeit. Und dann ist ganz plötzlich Schluss... daran müssen sich alle wohl erst mal gewöhnen. Das war auf jeden Fall ein großartiger Sommer!





 


Und nochmal - Tomaten!

Wenn es hier so weiter geht, dann wird das noch ein Tomatenblog... aber so weit kommt es hoffentlich dann doch nicht! Aber es ist halt so da...