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Mittwoch, 18. Januar 2023

Und nochmal - Tomaten!

Wenn es hier so weiter geht, dann wird das noch ein Tomatenblog... aber so weit kommt es hoffentlich dann doch nicht! Aber es ist halt so dass im Garten - nun dass er einmal steht - nicht mehr allzuviel Neues passiert. Und neben den Bohnen sind Tomaten nun mal meine Lieblingskultur...

Apropos Neues, doch - wir haben einen neuen Zaun um den Küchengarten. Nachdem die Rehe im Frühjahr alle Erdbeerblätter verspeist haben musste da was passieren. Aber das ist ein anderes Thema.

Im letzten Sommer hatten wir so viele Tomaten, dass es mir schon fast zuviel wurde - kaum ein Tag verging, dass ich nicht wieder einen Erntekorb bester Früchte voll bekam. Mindestens einmal die Woche wurde der Trockner angeworfen und fast ebenso oft hieß es Sauce einkochen. Die Speisekammer ist jedenfalls gut bestückt und bis zur nächsten Ernte werden uns die Vorräte wohl nicht ausgehen.

 

Bunte Sortenvielalt, darauf freue ich mich schon wieder!

Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, etwa 10 Pflanzen weniger zu setzten, ob es dann so kommt ist noch fraglich. Inzwischen habe ich so viele neue spannende Sorten dass ich mich kaum entscheiden kann welche ich dieses Jahr aussäen will. 

Aber erstmal zum Rückblick auf die letzte Saison:

Viele der guten Sorten von 2021 haben sich auch '22 wieder prächtig gemacht - die süße Mexikanische Honigtomate, die Hato rot, Arche Noah Ochsenherz, Yellow Submarine, Black and Red Boar und die "Russische Fleischtomate", deren Namen aber nicht stimmen kann (vielleicht ist es Sibirian Tiger)  haben nicht enttäuscht und zählen weiterhin zu meinen Favoriten. Eine kurze Beschreibung gibt es im Jahresrückblick 2021

 

Die wunderbare 'Feuerwerk'

 

Unter den Sorten die ich letztes Jahr zum ersten Mal angebaut habe taten sich neue Lieblinge auf:

'Feuerwerk' - eine rot-gelb gestreifte Fleischtomate mit bei Reife metallisch wirkenden Streifen, würzig-süßer Geschmack, mittelfrüh (hier die erste reife Fleischtomate), reich tragend und robust. Ihre Haut ist recht fest und eher dick, lässt sich aber auch ohne blanchieren gut abziehen.  

'Blue Pitts' - diese interessante Cocktailtomate hatte ich als Pflänzchen aus der Gärtnerei mitgebracht - ist schon optisch eine Wucht. Die Früchte sind oben dunkel bis fast schwarz, unten erst gelblich und später orangerot. Dabei wirkt sie eigenartig durchscheinend, ähnlich wie eine Murmel. Der Geschmack ist kräftig, süß-fruchtig und würzig-säuerlich zugleich. Ich hatte sie im Kübel an der überdachten Südseite und dort hat sie sich prächtig entwickelt.

'Allgäuer Schönheit' ist eine empfehlenswerte Auslese aus meiner ehemaligen Lehrgärtnerei Herb in Kempten. Diese sehr robuste Fleischtomate soll auch für's Freiland geeignet sein. Sie bringt einen hohen Ertrag gut schmeckender Früchte. Diese haben mehr Aroma als die ebenfalls angebaute 'Nonna Antonina', die ich geschmacklich eher etwas fade fand. 

"Ilse's Beste" steht in doppelten Anführungsstrichen weil es keine eingetragene Sorte ist. Die Samen bekam ich von einer Bekannten zugeschickt und die Sorte hat mich sehr begeistert. Sie reift eher spät, hat einen hohen Ertrag und ist vom Geschmack die intensivste Fleischtomate der letzten Saison. Besagte Ilse, heute eine alte Dame, hat diese Tomate seit 40 Jahren in ihrem Garten in der Nähe von Hannover gezogen - eine echte Haustomate die ich unbedingt weiter anbauen werde. 

'Marianna's Heart' ist eine Ochsenherztomate aus Südtirol. Sie hat das kränkliche Aussehen der meisten Ochsenherztomaten, ihr Ertrag war eher im unteren Bereich. Aber die Früchte waren eine echte Delikatesse, deshalb würde ich sie auch wieder anbauen.

'Earl of Edgecombe', die einzige gelbe Fleischtomate der letzen Saison. Anfangs dachte ich, die trägt gar nicht, aber sie ist einfach nur sehr spät. Dafür gab es schöne, gelb-orange Früchte bis November, die zudem auch sehr gut nachreiften. Der Geschmack ist eher mild. Die Früchte erinnern beim Anschnitt an Khaki, sie sind schön festfleischig und machen sich sehr gut in Salaten oder auf gemischten Platten.

 

'Earl of Edgecombe' in Gelborange, 'Yellow Submarine' in hellgelb


Im guten Mittelfeld lagen 'Veni Vidi Vici' - eine sehr reich tragende, robuste Salattomate, hat mir aber zu wenig Würze, die saftige 'Red Ocean', die wirklich schön schwarze 'Black Beauty' und die grün reifende 'Isumrodnoje Jabloko', zu deutsch 'Smaragdapfel'. Diese Sorten haben wir  eher gekocht verwendet. Die Cocktailtomaten 'Artisan Sunrise Bumblebee' und 'Pink Vernissage' waren sehr hübsch, reichten aber nicht an 'Blue Pitt's', 'Yellow Submarine' oder die 'Mexikanische Honigtomate' heran. Das ist natürlich völlig subjektiv, Liebhaber milder Sorten würden mein "Mittelfeld" vermutlich bevorzugen.

 

'Smaragdapfel' ist eine schöne farbliche Ergänzung


Die einzigen Flops der Saison waren 'Lovely Lush', die hier kaum Geschmack entwickelte und 'Dark Galaxy', deren wenige schön ausreifenden Früchte zwar optisch sehr schön waren, die meisten sind im späteren Sommer aber hartschalig, schrumpelig und ungenießbar wurden. Vielleicht hätten sie sich im Gewächshaus besser entwickelt.

Nun geht es bald an die Auswahl der Sorten für 2023 - mindestens acht neue Cocktail- und Salattomaten für die Südseite und neun bis zehn Fleischtomaten für das Gewächshaus. Mit der Aussaat fange ich aber erst Mitte März an. Es wird wieder spannend...

Wünsch Euch einen guten Start in die kommende Gartensaison! 

Barbara

Hier noch ein interessanter Link zu den immer beliebter werdenden "schwarzen" und gestreiften Tomaten: https://www.ichbindannmalimgarten.de/tigerella-das-gruene-zebra-und-die-indigo-rose/

Und hier vom dem selben Blog noch ein sehr differenzierter Artikel zum Geschmack von Tomaten: https://www.ichbindannmalimgarten.de/die-ultimative-geschmackstomate/

Freitag, 1. April 2022

Tomaten selber anziehen

Leise rieselt der Schnee...                                                                                                                               Am ersten April gibt der Winter nochmal ein hoffentlich kurzes Gastspiel. Nicht nur im Allgäu schneit es, sogar auf Bildern aus Englischen Gärten sieht man Neuschnee! Nun ja, Schnee an Ostern ist hier gefühlt häufiger als an Weihnachten. Aber für die nächsten Nächte sind Temperaturen bis unter -10° vorhergesagt, das ist selbst hier für den April ziemlich knackig. Hoffentlich erfriert der Austrieb der Rosen und Strauchpfingstrosen nicht, die sind nach dem warmen März schon ziemlich weit. Im Heizungsraum wachsen derweil bei muckeligen 23° Grad die Tomatensämlinge heran. Mitte März habe ich die ersten 16 Sorten ausgesät, am 19. dann noch einige. Für die Anzucht verwende ich gesiebte Terra Preta - die gröberen Bestandteile kommen als Mulch auf die Kübelpflanzen. Bis die Saat aufgeht decke ich sie mit Plastikhauben ab, damit die Erde an der Oberfläche nicht so leicht austrocknet.

Höchste Zeit für die Aussaat!

Wer jetzt noch Tomaten selbst anziehen will, der muss sich beeilen - die beste Zeit für die Aussaat ist zwischen dem 15. und 25. März. Tomaten selbst anziehen braucht Zeit, das nötige Wissen und den passenden Platz. Beinahe hätte ich "macht viel Arbeit" geschrieben, aber das ist ja mein Hobby und macht mir Freude!  Außerdem kann man so Sorten anbauen, die man nicht als Pflanzen bekommt und die besten Früchte aus eigenem Anbau nachziehen.

Bei einer Temperatur von 22-25 Grad keimen die Tomaten nach etwa fünf Tagen, manche Sorten brauchen etwas länger..Sobald die Keimlinge sichtbar werden sollten sie etwas kühler aufgestellt werden - eine Nachttemperatur von 12° und eine Tagestemperatur von etwa 16° sind optimal. Zu warme Nachttemperaturen führen zu hochgeschossenen Pflanzen mit schwachen Stängeln. Bei mir stehen sie eigentlich zu warm, aber unter den Pflanzenlampen entwickeln sie sich trotzdem gut. 

Dicht gedrängte Sämlinge im Keimblattstadium

 

In der Multitopfplatte können die Sämlinge einen schönen Wurzelballen entwickeln
 

Sobald die Sämlinge das zweite Paar regulärer Blätter zeigen werden sie in Multitiopfplatten mit 4cm Durchmesser pikiert. Auch dafür verwende ich die gesiebte Erde. Nach etwa zwei Wochen - sobald sich ein guter Wurzelballen entwickelt hat - können die Pflänzchen in größere Töpfe gesetzt werden. Optimal wären 12er Töpfe, aber ich verwende die kleineren Töpfe  der Hornveilchen, von denen ich im Vorfrühling immer etliche pflanze. Auch dafür verwende ich Terra Preta, in der die Pflänzchen bestens gedeihen. Spätestens jetzt sollten sie an einen kühleren Platz umziehen - bei mir müssen sie aber noch warten, denn bei den zu erwartenden Minusgraden ist es im ehemaligen Hühnerstall oder im Gewächshaus zu kalt, und außerdem stehen da gerade noch all die Pflanzen die ich eilig wieder von draußen hereinholen musste... 

Pikierte Jungpflanzen in Multitopfplatten

 

Sobald es tagsüber etwa acht Grad hat dürfen und sollen die jungen Tomatenpflanzen zur Abhärtung und für einen kompakteren Wuchses ein paar Stunden an einen windgeschützten Platz nach draußen.bis  Mitte/Ende Mai zeihen sie dann an ihren endgültigen Platz für den Sommer um.

Bewährtes und Experimentelles

Dieses Jahr baue ich etliche Sorten wieder an, die sich in der letzten Saison bewährt und uns gut geschmeckt haben: Hato (geht auch im etwas geschützten Freiland), Mexikanische Honigtomate (eine sehr süße, ertragreiche Kirschtomate), Costoluto Genovese, Datteltomate unbekannter Herkunft,  Russische Schwarze, Yellow Submarine, Black & Red Boar, Arche Noah Ochsenherz und (vermutlich) Brown Flesh. Probiert und sehr lecker, aber noch nicht selbst angebaut: Schwarzer Prinz, Feuerwerk, Smaragdapfel (alias Isumdronoje Jablonko), Earl of Edgecombe, Marianna's Heart, Veni Vidi Vici, Teardrop und Allgäuer Schönheit. Dann kommen noch einige Experimente, deren Beschreibung interessant klang: Nonna Antonina, Brad's Atomic Grape, Blue Pitts, Dark Glaxy, Red Ocean, Pink Vernissage und Purple Dragon. Für mehr Experimente ist leider nicht genug Platz. Schließlich will ich von einigen Lieblingssorten ja mehr als eine Pflanze...

Das Zeitparodoxon

Es ist doch seltsam mit der Zeit! Einerseits rennt sie jedes Jahr schneller - ein Viertel des "Neuen Jahrs" ist ja schon wieder rum als wäre nichts gewesen (dabei war leider so viel...). Und andererseits kommt es mir einfach ewig vor, bis an den kleinen Pflänzchen wieder reife Tomaten zu ernten sind. Wie können drei vergangene Monate gefühlt so kurz gewesen sein und vier kommende noch so lange hin erscheinen? Wenn der Sommer dann endlich da ist, dann ist er in Windeseile schon wieder verflogen!


Reifende Tomaten im Gewächshaus

Bis dahin dauert es noch soo lange...


 


 

 


Freitag, 7. Januar 2022

Rückblick auf die Tomatensaison 2021

 

Die Planung für die kommende Saison fängt langsam an und beginnt mit einem kritischen Rückblick auf das letzte Jahr. Mit dem neuen Foliengewächshaus im Gemüsegarten und dem Tomatenhaus an der Westseite des Holzstadels gab es viel Platz um neue Tomatensorten auszuprobieren.

 
Die Tomaten an der Südseite sind bis zum Fenster im ersten Stock gewachsen

Insgesamt habe ich über 40 Tomaten in 32 verschiedenen Sorten gepflanzt, von der winzigen 'Bianca' zu 'Arche Noah Ochsenherz'. Insgesamt war der Ertrag gut, es dürften an die hundert Kilo Tomaten gewesen sein. Etwa 20 Kilo davon haben wir getrocknet, die warten nun in Gläsern auf die Weiterverarbeitung zu Tomatenpesto (als Brotaufstrich) und anderen Leckereien. Den Sommer über gab es kaum ein Gericht, in dem keine frischen Tomaten verarbeitet wurden. Die letzen nachgereiften Tomaten gab es an Weihnachten.

Warum trotz des allgemein schlechten Tomatenjahres hier erst im Spätherbst Braunfäule auftrat wird wohl im wesentlichen zwei Gründe haben - erstens wurden auf dem Grundstück vielleicht nie, zumindest lange keine Tomaten angebaut, zweitens habe ich nachts außer bei drohendem Frost immer die Türen / Folien offen gehabt, also nur Regenschutz und kaum Kälteschutz für die Pflanzen.

 

'Costoluto'

Etwa zehn Sorten möchte ich für dieses Jahr selbst ziehen und dann noch durch einzelne gekaufte Pflanzen ergänzen.

Folgende Sorten möchte ich in diesem Jahr unbedingt anbauen - guter Geschmack ist Grundvoraussetzung!

'Mexikanische Honigtomate' - wüchsige, robuste, reich tragende Kirschtomate mit sehr leckeren süßen Früchten, tolle "Naschtomaten" die kaum den Weg in die Küche fanden

'Hato' - frühe Freilandtomate mit  gutem Ertrag, stand halbwegs regensicher in einem Container am Haus (Achtung, die gibt es auch als Hybridsorte im Handel, ich habe die samenfeste)

'Costoluto Florentino' relativ frühe, wüchsige, stark gerippte Fleischtomate mit gutem Ertrag. Die Früchte der Pflanze an der Hauswand (Südseite, regengeschützt) schmeckten besser als die aus dem Folienhaus (zweitriebig gewachsen, sehr guter Ertrag), die Pflanze an der Westseite hatte einen geringeren Ertrag

'Arche Noah Ochsenherz' spätere, saftige und wunderbar "fleischige" Fleischtomate, toll in Stücken in gemischten Salaten, auch in dicken Scheiben als Caprese


Würzige Fleischtomate 'Black ad Red Boar'


'Black and Red Boar' rot-grün geflammte  Fleischtomate mit sehr würzigem Geschmack und einer überraschen rauchigen Note.  Wohl nicht jedermanns Sache, aber wir fanden sie hervorragend - der Ertrag war eher niedrig

'Russische Fleischtomate' sehr robuste späte Sorte, gut lagerfähig und auch noch im Dezember lecker als aufgeschnittene rohe Tomaten

'Rispentomate' - unbekannte Sorte, selbst nachgezogen, hoher Ertrag an langen Rispen, sehr gut draußen an der Sonnenseite (kein Sonnenbrand), sehr gut zum Trocknen

 


 

 'Yellow Submarine'  tropfenförmige gelbe, verlässliche Sorte mit kleinen aromatischen Früchten

'Yellow Submarine' vor der Ziegelwand an der Westseite

 

Brown Flesh (vermutlich, gekauft als 'Veni Vidi Vici')...  braune kleine Fleischtomate mit würzigem Geschmack - hat mit der eigentlich anvisierten Veni Vidi Vici nichts zu tun, stand wohl in der Gärtnerei am falschen Platz, war aber dennoch ein guter Griff.

Interessant waren die 'Italienische Weinbergtomate' - eine sehr fest und fast grün bleibende kleinfrüchtige Sorte, die in gemischtem gedünsteten Gemüse und Soßen einen kräftig-würzigen Geschmack bringt.

Ganz das Gegenteil der würzigen Italienerin ist die 'Gelbe Pfirsichtomate' - weich, saftig und in sehr reifem Stadium von einem fruchtigen, obstigen Aroma, reift gut nach und ist lange lagerfähig

Bei Verkostungen probierte Sorten die ich sehr gut fand und unbedingt dieses Jahr pflanzen will:

'Allgäuer Schönheit', eine frühe, robuste und ertragreiche Fleischtomate (da man sie im Netz nicht leicht findet, es gibt sie bei - "Werbung" - der Biogärtnerei Herb in Kempten, wo sie auch ausgelesen wurde.

'Feuerwerk' eine rot - gelb geflammte Fleischtomate mit süß-würzigem Geschmack

'Schwarzer Prinz'  Auch als 'Black Prince' oder 'Tschernij Prinz' im Handel, stammt aus Irkutsk im Süden Sibiriens. Braunrote, späte Sorte. Sie gilt als die leckerste Fleischtomate, das könnte hinkommen.

'Marianna's Heart' - eine Sorte aus Südtirol, vielleicht eine Kreuzung aus 'Marianna' Peace'

'Teardrop' - geschmacklich intensiver Zwerg

Auch die grüne russische Fleischtomate 'Isumdronoje Jablonko' und die gelbe 'Earl of Edgecombe' haben mir sehr gut geschmeckt - die Kandidaten für den Anbau gehen wahrlich nicht aus!


Gut im Ertrag waren auch die 'Schlesische Himbeere', 'Vierländer Platte', 'Ruthje', 'Oma's Beste', 'Tica' (sehr robust und reich tragend, aber sehr spät, deshalb hier nicht so günstig). Ich würde sie alle wieder anbauen, aber die würzigeren Sorten sind uns lieber. 'Harzfeuer' hat eine starke Tendenz zu Grünkragen, passt wegen der kühlen Allgäuer Nächte also nicht so gut hierher. 'Bianca' ist robust, zuckersüß und sicher bei Kindern beliebt, aber ich mag lieber würzige als süße Tomaten. 'Columbianum' hat reich getragen, schmeckt auch gut und ist gut zum Trocknen - aber im Vergleich fand ich die Datteltomaten einfach besser. 'Wladiwostock' war auch ok, aber die Arche Noah Ochsenherz überzeugender. Die frühe Freilandtomate 'Clarita' wurde von der ähnlichen 'Hato' übertroffen.


Eingeweckte Tomaten - nicht von mir, sondern von der Biogärtnerei Herb



Flops

Eher mäßig bis hin zu völlig enttäuschend waren 'Brandywine' (hat recht schnell Braunfäule bekommen, auch geschmacklich eher fade), 'Black Keyes'  (schmächtiger Wuchs und minimaler Ertrag), 'Schwarzes Zebra' (stand an der Westseite, bekam Sonnenbrand und geschmacklich auch nicht überzeugend), 'British Breakfast' (immenser Ertrag, aber trocken-mehlig und kaum Aroma), 'Blu Osu' und 'Grappolino d'Iverno'. Mag sein, dass das an wärmeren Standorten alles gute Sorten sind, in unserem Garten auf 800 Metern Höhe waren sie jedenfalls kein Hit.

 

Das war jetzt mal der Überblick. Wer hat noch Tipps welche Sorten man unbedingt ausprobieren müsste?   

 

Zum Schluss noch ein Buchtipp, den ich als Werbung (unaufgefordert und unbezahlt) kennzeichnen muss:

Buchtipp: "Tomatenliebe - Wie Amore und die Olympische Flamme den Weg in meinen Garten fanden" von Melanie Grabner, Christine Weidenweber. Ulmer Verlag 2014.€ 24,90. (Kann portofrei direkt beim Verlag bestellt werden)

Die Gärtnermeisterin, Tomatenliebhaberin und -expertin  Melanie Grabner erzählt inspirierend und fundiert, wie man Tomaten aussät, pflegt, erntet und leckere  Tomatenköstlichkeiten kocht. Es werden 60 samenechte Tomatensorten umfassend beschrieben, Schadbilder und Krankheiten sowie Gegenmaßnahmen erklärt. Zusätzlich gibt es Extraseiten auf denen Menschen und Organisationen vorgestellt werden, die sich besonders für den Erhalt der Artenvielfalt der Tomate und alter Tomatensorten einsetzen. 

 





Sonntag, 14. März 2021

Warten auf den Frühling...

Im Moment scheint die Zeit ein wenig still zu stehen. Es ist wieder kalt geworden, immer noch blühen die Schneeglöckchen und die Krokusse und sonst passiert nicht viel draußen.

Bluthasel in Blüte an der Nordseite


Als Experiment verwende ich dieses Mal Bilder in quadratischem Format, die ich so für Instagramm verwendet habe - das sind alles Handyfotos, die Kamera verwende ich wohl erst wieder wenn es draußen wieder mehr Motive gibt. 

Blühende Kornelkirsche

 

Weidenkätzchen



Die Krokusse bringen schon etwas Farbe in den Garten...

 

Crocus tommasianus, Elfenkrokus

Crocus chrysantus, Balkankrokus 'Blue Pearl'

Crocus crysantus, Schneekrokus 'Prins Claus'

Crocus crysanthus, Balkankrokus 'Cream Beauty'


Auf jeden Fall werde ich im Herbst noch viel mehr Krokusse pflanzen.... also viiiieeel mehr! 

Drinnen ist jetzt die Kinderstube eröffnet - ab Anfang März gibt es (Achtung, unbeauftragte und unbezahlte WERBUNG!) in der Gärtnerei Herb in Kempten Tomatensämlinge zu kaufen. Aus sechs geplanten wurden zwölf gekaufte Pflänzchen, die ich auf einem alten Biertisch im Heizungsraum aufgestellt habe.

 

Vorn in dem Sixpack stehen je zwei Exemplare von 'Tica', Columbiana und der Freilandtomate 'Oma's Beste'. Ansonsten gibt es je einmal die 'Mexikanische Honigtomate', die 'Schlesische Himbeere', die 'Schwarzes Zebra', die Fleischtomate 'Wladiwostok' und die Freilandtomaten 'Clarita' und 'Hato rot'. Die Sorten stelle ich dann im Spätsommer mit den Geschmacksproben näher vor. Wer sie gleich braucht, ihr findet sie unter diesem Link.

Damit die Tomaten auch schön kompakt wachsen, hat mein Liebster nach Erörterung der Situation gleich eine Pflanzlampe bestellt... Nun haben auch die Chilipflanzen vom letzten Jahr, die Limettenbäumchen und alles was noch an Sämlingen folgt gute Wachstumsbedingungen. Der Biertisch ist inzwischen fast voll...



Die Chilipflanzen sehen momentan noch recht erbärmlich aus, aber das gibt sich bald. Ich habe sie jetzt im dritten Jahr, im letzten Frühjahr sahen sie genauso aus aber haben sich dann gut entwickelt. 

Außerdem habe ich einige Gemüsesorten ausgesät - violette Artischocken, die nach einer Woche bereits ihre Keimblätter ans Licht strecken, frische Chilipflanzen, den braunen Kopfsalat 'Merveille de quatre Saisons", Mangold, chinesischen Spargelsalat von dem die Stiele verwendet werden, Brokoletti (oder auch "Cima die Rapa"), Catalogna und wilden Fenchel. Manches von dem Saatgut ist vielleicht schon zu alt um zu keimen, aber das wird sich bald zeigen.

Damit wir nacher auch genug geschützte Plätze für unsere Tomaten haben, hat Stephan hinter dem Holzstadel noch ein überdachtes Beet gebaut. Grundlage ist ein Kastenbeet, das noch mit Folie versehen wird um zu starken Wind und Regen abzuhalten.


 


Letztes Jahr um diese Zeit lag an der Stelle noch ein großer Stapel Balken... nun haben wir einen geschützten Platz um den Sonnenuntergang zu betrachten und gleich daneben werden die Tomaten wachsen. Keine schlechte Transformation! 

 


Bei dem Wetter derzeit gibt es ab und zu ein paar Blumen um den Frühling ins Haus zu holen... bis die Tulpen draußen soweit sind werden noch einige Wochen ins Land gehen. Dabei ist schon wieder fast ein Viertel des "neuen" Jahres vorbei - die Zeit scheint jedes Jahr noch schneller zu rennen. Ein Paradox dass es mir wieder so lang erscheint bis das Gartenjahr draußen richtig losgeht.

 

 

Dem Katzentier ist der Wind gerade wie mir zu kalt und er hat wieder auf ganztags schlafen umgestellt. Aber wenn er wach ist beobachtet er intensiv was draußen los ist...

 

Und nochmal - Tomaten!

Wenn es hier so weiter geht, dann wird das noch ein Tomatenblog... aber so weit kommt es hoffentlich dann doch nicht! Aber es ist halt so da...